Gaffeldrachen hat
es nie gegeben

Auch wenn das Boot alt und historisch aussieht:

Wir haben es uns nur ausgedacht und Gaffeldrachen getauft.

Man könnte auch sagen, ein Traum ist Wirklichkeit geworden.

Wer träumt nicht davon, ein eigenes Boot zu besitzen? Am liebsten doch ein schönes, einfach zu bedienendes, an dem man an jedem Tag Freude hat. Die Kalenderblätter zeigen jedes Jahr wieder die schönsten Boote unter vollen Segeln. Am besten gefallen uns die alten Gaffelkutter. Ein riesig langer Baum mit einem mächtigen Großsegel, davor zwei bis drei kleine Vorsegel und über allen thront dann noch das Top-Segel und neigt das Boot fast bis auf das Wasser. Das sind Boote, wie sie bis 1920 gebaut und gesegelt wurden. Entsprechend alt sind ihre Rümpfe. Nur unter besten Bedingungen kann ein Holzrumpf eine so lange Zeit erhalten bleiben. Es heißt nicht um sonst, ein solches Boot kann man nicht besitzen, sondern man darf es für eine gewisse Zeit pflegen, dann ist der nächste dran. Wenn also alle Voreigner sorgsam waren, dann gibt es das Boot noch.

Als Arbeitsboote sind einige Gaffelkutter erhalten geblieben. Arbeitsboote sind meist auch etwas stabiler gebaut und wurden gepflegt, um damit Geld zu verdienen. So konnten sie die Zeit überstehen. Doch Rennboote, die mit den eleganten und schlanken Rümpfen, sind selten. Neuere, schnellere Boote ließen das Interesse der Eigner an ihnen verloren gehen. Nur wenige taugten als Fahrtenboote. Bei dem dafür nötigen Umbau sind viele auf Bermuda oder Marconirigg umgetakelt worden und haben dadurch und durch Aufbauten etwas von ihrer Ausstrahlung verloren. Kleinere Boote, so in der familientauglichen Größe, Daysailer, sind sehr selten.

Und da kam uns die Idee: Wenn alte Boote wieder auf Gaffelrigg zurückgebaut werden, dann kann man doch auch für ein neueres Boot ein Gaffelrigg entwerfen.

Einen geeigneten Rumpf hat der Drachen: Drachen haben wunderschöne Linien. Für die Olympiade wurden sie in großen Stückzahlen gebaut und sind daher verhältnismäßig günstig und oft in recht gutem Zustand zu kaufen.

Der Plan reifte also weiter. Wir haben mit einer Wunschliste angefangen. Was sollte alles zu unserem Boot gehören, und was nicht.