Welcher ist der beste Motor für mein Boot?
Wie stark muss er sein?
Wie viel Batteriekapazität benötige ich?
Das sind die entscheidenden Fragen und sie sind gar nicht so leicht zu beantworten.
Gleich vorne weg: Wir haben einen 4kW Ringpropeller am Gaffeldrachen und speisen ihn aus einer 48V – 60Ah Batterie. Das reicht!
Wir finden, die erste Frage lässt sich noch am leichtesten beantworten. Es sollte ein Ringpropeller sein. Die Vorteile sind:
- sehr effektiv – daher gute Ausnutzung der Batteriekapazität
- keine Randwirbel, keine Spaltverluste hohe Schubkraft
- gut gekapselt und kaum Verletzungsgefahr für Menschen und Marinelife
- wartungsfrei, da nur ein bewegliches Teil – der Rotor, keine Dichtungen
- umweltfreundlich, keine Schmierstoffe, kaum Geräusche
- benötigt im Boot keinen Platz (nur die Batterie braucht etwas Platz)
- vergleichsweise leicht und das Gewicht liegt tief im Wasser
- lässt sich vor oder hinter dem Ruderblatt aber auch seitlich anbauen
- kein Warmlaufen
- kein Ein/Aus- oder Umkuppeln
- keine Abgase
Wenn ihr einen kaufen wollt, schreibt uns gern. Wir helfen bei der Auswahl.
Die zweite Frage ist schon etwas komplexer. Das soll heißen, man muss sich erst einmal im Klaren darüber werden, wofür der Motor denn benötigt wird. Grundsätzlich braucht ein Segelboot ja keinen Motor, denn sein Antrieb sind die Segel. Oder ihr könnte es auch Rudern. Das ist viel gesünder, nicht nur für die Umwelt.

Also die erste Frage ist, willst du gegen Wind und Wellen bei allen Windstärken gegenan oder reicht dir ein Flautenschieber, falls mal gar kein Wind bläst.
Die zweite Frage ist, wie schnell musst du denn unterwegs sein? Mehr als Rumpfgeschwindigkeit VR= 2,43 x Wurzel (LwL) geht sowieso nicht (oder kostet immense Leistung und Energie = das wird teuer).
Aus den Widerständen in der Luft und im Wasser kann man eine Tabelle erstellen, in die dann die Motorleistungen übertragen werden. Zusammen ergibt sich etwa folgendes Bild:

Die darin enthaltene Aussage ist: Der rote Bereich wird nicht erreichbar sein. Bei Flaute können 5 Kn erreicht werden. Bei 6 Windstärken von vorn ist Schluss.
Für SMAUG reicht das. Ab 7 Windstärken fahren wir eh lieber unter Segeln oder suchen uns eine geschützte Ankerbucht. Null Wind ist in Norddeutschland selten und wenn, dann genießen wir die Ruhe bei 1-2 Kn Motorunterstützung.

Bei der letzten Frage nach der Batteriekapazität gibt es verschiedene Überlegungen. Vielleicht startest du mit der Frage:
Wie weit muss ich unter Motor denn kommen?
Bedenke, dass du nur für einen Tag planen musst. In jedem Hafen kannst du abends wieder nachladen. Es ist nicht wie beim Diesel, dass du erst eine Tankstelle suchen und finden musst.
Für unseren Gaffeldrachen brauchten wir eigentlich nur das Ab- und Anlegemanöver zu berücksichtigen. Daher haben wir uns gesagt, eine halbe Stunde Vollgas ist genug.
Die vom Hersteller angegebenen 4,5kW bei 48Volt ergeben einen Stromfluss von 93,75Ampere. Für eine halbe Stunde sind also 46,875Ah an Kapazität nötig.
Welche Technologie willst du verwenden:
- Blei? — Günstig aber schwer. Dann hätten wir 4 Autobatterien mit je 100Ah wählen können
- LiFePo4? — viel leichter, aber auch viel teurer.
- Müssen es Hochstrom-Zellen sein, oder reichen Solarspeicher-Zellen. Für über 90A aus einer 60Ah Zelle überschreitet man die 1C-Grenze und kann keine Solarspeicher verwenden.
Aus Platz und Gewichtsgründen wollten wir LiFePo4 Batterien verwenden. Die nächst passende Zellengröße war 60Ah. Davon 16 Zellen ergeben 48V und einen Block von 2,88kWh.
Sollte das nicht reichen, ist es recht einfach einen zweiten Block zu kaufen und daneben zu stellen. Also fang lieber erst einmal klein an. Du wirst sehen, so oft braucht man dem Motor gar nicht. Bisher hast du ihn nur angemacht, damit er nicht kaputt steht, oder um deine Starterbatterie zu laden. Oder überhaupt nur rechtzeitig, damit er dann warm ist, falls du ihn brauchst – und dann hat es doch mit dem letzten Schwung in die Box gepasst.
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